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Zur Person:  Johannes Martini

20.10.2005

geboren in Bonn

Johannes Martini wurde am 20. Oktober 2005 ca. 3 Monate vor dem errechneten Geburtstermin als sehr frühes “Frühchen” geboren: Er hatte nur 27 Wochen und 2 Tage, um sich auf das Leben außerhalb des Mutterleibs vorzubereiten.

Vorgeschichte:

  • Am 14. Oktober gegen 11 Uhr entsteht bei Doro Martini bei einer Routineuntersuchung Verdacht auf Präeklampsie. Sie wird zur Kontrolle ins Krankenhaus Bad Honnef eingewiesen.
  • Im Laufe des Nachmittags erhöht sich der Blutdruck dramatisch, die Thrombozyten fallen auf bedrohliche Werte, das gefürchtete HELLP-Syndrom naht. Am 14. Oktober erfolgt daher gegen 18 Uhr die Verlegung in das auf Frühgeburten spezialisierte Marien-Hospital Bonn.
  • Bei sich immer weiter verschlechterndem Gesundheitszustand von Doro Martini gelingt es den Spezialisten im Marien-Hospital, für Johannes noch einige Tage zu gewinnen und die Lungenreifung zu beschleunigen.
  • Am 20. Oktober ist Doro Martini gegen Mittag in massiver Lebensgefahr: Sofortige Entbindung durch Kaiserschnitt ist erforderlich. Für Doro folgen 5 Tage Intensivstation, die Hälfte davon ein Hängen zwischen Leben und Tod.

 

Für Johannes (bei Geburt 885 Gramm, 36 cm groß) beginnt am 20.10. der Kampf um sein Leben.

  • Bei Geburt muss Johannes zunächst nicht beatmet werden, eine Atemstütze reicht. Die Ernährung erfolgt sowohl durch Magensonde als auch intravenös.
  • In den folgenden Wochen ist Aufenthalt auf der Frühchen-Intensivstation erforderlich. Johannes vergisst manchmal das Atmen, das kleine Herzchen schlägt manchmal viel zu langsam. Der offene Ductus arteriosus Botalli kann ca. 2 Wochen nach der Geburt durch Medikamente geschlossen werden, öffnet sich aber wieder.
  • Vom 23. Okt. bis zum 25. Okt. ist Beatmung erforderlich. Gegen eine Infektion gehen die Ärzte durch massive Gabe von Antibiotika vor.
  • Ab 28. Oktober muss auf vollständige intravenöse Ernährung umgestellt werden, da alle Gaben über die Magensonde erbrochen werden. Hierzu ist ein zentraler Venenkatheter erforderlich.
  • Am 2. November wird dennoch die 1000-Gramm-Marke genommen.
  • In der Zeit vom 5. November bis zum 7. November ist Johannes verzweifelt: Inmitten von Schläuchen und Drähten findet man ihn fast nur bitterlich weinend. Einige Windel-Termine werden gestrichen, da auch das qualifizierte Personal des Marien-Hospitals den kleinen Mann nicht beruhigen kann.
  • Am 11. November wird der Tubus entfernt und durch eine Sauerstoffbrille ersetzt. Johannes fühlt sich sichtlich wohler, ohne den dicken Schlauch in der Nase...
  • Ab dem 16. November atmet Johannes völlig selbständig: Es ist keinerlei Atemstütze mehr erforderlich. Leider vergisst er weiter hin und wieder das Atmen, löst damit Alarm aus und wird von Pflegern oder Schwester zunächst sanft, ggf. dann auch unsanft an das Atmen erinnert.
  • Am 17. November zieht Johannes um: Vom Inkubator in ein Wärmebettchen. Er genießt die neue Umgebung und macht sich - im Gegensatz zu seinen Eltern - keine Sorgen um Ductus Botalli und Bradykadie.
  • Am 19.11. wird Johannes erstmals von Doro gewindelt.
  • Am 22.11. werden 1.460 Gramm erreicht.
  • Am 24.11. zeigt die Waage 1.480 Gramm.
  • Am 26.11. sind es schon 1.540 Gramm.
  • Am 28.11. dann 1.640 Gramm.
  • Am 30.11., kurz vor dem 6-Wochen-Geburtstag, zeigt die Waage exakt 1.700 Gramm.
  • Am 2.12. sind es dann schon 1.780 Gramm.
  • Am 3.12. wird ein erneuter Versuch unternommen, die “Sauerstoff-Brille” wegzulassen,
  • ... doch am 4.12. ist die Sauerstoff-Brille wieder da: Ohne gab es zu viel Alarm “Sauerstoff-Sättigung tief”.
  • Am 4.12. werden 1.870 Gramm erreicht,
  • am 6.12. sind es 1.950 Gramm und
  • am 8.12. wird die “2-kg-Grenze” mit 2.045 Gramm deutlich genommen.
  • Am 9.12. startet ein neuer Versuch ohne Sauerstoff-Brille.
  • Am 10.12. wiegt Johannes 2.110 Gramm. Das 3-Bettchen-Zimmer ist wegen sehr großen Bedarfs mit 4 Bettchen belegt. Johannes ist genervt, seine Eltern auch. 
  • Der 12.12. ist ein Meilenstein:
    • Johannes ist ins Normalbettchen umgezogen: Ohne Beheizung, ohne Neigungsverstellung, ohne Höhenverstellung.
    • Das Medikament “Dopram” (atemstimulierend) wird versuchsweise abgesetzt.
    • Frühchenmonitor und Kinderkrankenschwester für die Zeit nach der Entlassung werden beantragt.
    • Chefarzt Dr. Garbe rechnet mit einer Entlassung im Januar 2006.
  • Am 14.12. werden 2.255 Gramm erreicht.
  • Am 16.12. sind es 2.275 Gramm.
  • Der 4. Advent (18.12.) bringt zunächst die gute Nachricht, dass Johannes jetzt größere Mengen Milch getrunken hat. Daher wurde die Magensonde versuchsweise entfernt. Die Nahrung rollt nun auf Bestellung (= auf lautstarken Zuruf) an, nicht mehr im 4-Stunden-Takt. Leider bringt der 4. Advent nachmittags mehrere dramatische Atem-Ausfälle mit Sauerstoffsättigung von nur noch 50 %. Schütteln und Rüttlen hilft nicht. Schwester Yvonne greift daher beherzt zum Schlauch und gibt Sauerstoff pur.
  • Am 19.12. werden 2.320 Gramm erreicht.
  • Am 23.12. waren es 2.400 Gramm.
  • Am 26.12. dann 2.490 Gramm, am 29.12. sind es 2.540, am 1.1.06 dann 2.650 und am 4.1.06 werden 2.740 Gramm erreicht. Ab 27.12. wurden aufgrund mehrerer schwerer Sauerstoffabfälle für ca. 1 Woche Medikamente zur Atemstabilisierung eingesetzt.
  • Danach stabilisierte sich der Zustand. Am 5. Januar wurde als möglicher Entlassungstermin der 12. Januar ins Auge gefasst.
  • Am 7.1. wurden 2.850 Gramm erreicht. Der Allgemeinzustand blieb stabil.
  • Am 12.1. wurde das Entlassungsgewicht mit 2.960 Gramm bestimmt. Die Größe lag bei 48 cm.
  • Am 20.1. hatten nächtliche Milch-Sauforgien das Gewicht von Johannes auf 3.260 Gramm gebracht.
  • Am 26.1. dann schon auf 3.440 Gramm, am 5.2. immerhin 3.740 Gramm.
  • Am 12. Februar ist die 4-kg-Grenze knapp überschritten, am 25.2. sogar schon die 4,5-kg-Grenze.
  • Am 19. März waren es 5.150 Gramm,
  • ... Ende Mai dann ca. 6.500 Gramm.

An dieser Stelle endet die detaillierte Darstellung. Aktualisierungen werden nur noch in großen zeitlichen Abständen vorgenommen.

November 2008: Johannes kommt in den Kindergarten. Ihm geht es prächtig.

 

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Last change: 18/02/09