|
|
|
|
Philosophischer Salon - Bisher behandelte Themen |
||||||
|
20.11.2000: Friedrich Nietzsche (1844 - 1990) aus Langsame Curen, Kap. 1, Philosophie als Praxis. Ein Philosoph soll nicht nur abgeschieden leben und lesen sondern er soll sich die Welt anschauen und Menschen kennen lernen.
19.12.2000: Friedrich Nietzsche (1844 - 1900) aus Langsame Curen, Kap. 1, Philosophie als Praxis. Ein Philosoph soll alle Anregungen aufnehmen und sie zu fruchtbringender Arbeit nutzen.
29.01.2001: Friedrich Nietzsche (1844 - 1900) aus Langsame Curen, Kap. 7, Wir müssen wieder gute Nachbarn der nächsten Dinge werden. Man soll nicht nur die sogenannten großen Dinge beachten wie z.B. Gott, Seele, Tugend, Jenseits, Wahrheit, sondern auch die Grundangelegenheiten des Lebens bedenken. Diese sind z.B. Klima, Nahrung, Wohnen, Umgang mit Menschen.
12.02.2001: Friedrich Nietzsche (1844 - 1900) aus Langsame Curen, Kap. 7, Wir müssen wieder gute Nachbarn der nächsten Dinge werden. Erfreuen kann man sich auch an naheliegenden Erkenntnissen, sie müssen nicht immer weit hergeholt und unzugänglich sein. Die Üppigkeit Epikurs: Ein Gärtchen, Feigen, kleine Käse und 3 oder 4 gute Freunde.
19.03.2001: Arthur Schopenhauer (1788 - 1860) Sämtl. Werke Bd. IV, Aphorismen zur Lebensweisheit. Im Allgemeinen haben die Weisen allen Zeiten immer das selbe gesagt. Durch eines Menschen Individualität ist das Maß seines möglichen Glückes schon im voraus bestimmt.
23.04.2001: Arthur Schopenhauer (1788 - 1860) Sämtl. Werke, Bd. IV,Aphorismen zur Lebensweisheit. Gespräch zu einem Zitat aus dem West-Östlichen Divan von J.W. Goethe: Jedem ist seine Form (sein Rahmen ?) vorgegeben, aber er kann sich im Leben entwickeln, die Form ist nicht starr („wer immer strebend sich bemüht“). Was einer an sich selber hat, ist zu seinem Lebensglücke das Wesentliche (Schopenhauer).
04.05.2001: Arthur Schopenhauer (1788 - 1860) aus Sämt. Werke, Bd. V, Paralipomena, Kap.2, Zur Logik und Dialektik, §26. Disputanten sollten einander gewachsen sein. Sind sie es nicht, so wird wahrscheinlich der an Kenntnissen oder Geist unterlegene zu unredlichen Schlichen und Kniffen greifen. In solchen Fällen bricht man eine Diskussion besser ab.
29.06.2001: Arthur Schopenhauer (1788 - 1860) aus Sämt. Werke, Bd. V, Paralipomena, Kap. 2, Zur Logik und Dialektik, §26. Ein Schlich ist z.B., dass der Gegner die eigene Behauptung verallgemeinert und dann ein Teilgebiet der Behauptung angreift, das nicht in unserer Aussage enthalten war. Ein anderer Kniff ist, dass Disputant A aus einer Aussage sofort eine (meist gehässige) Konsequenz zieht, die B dann erst einmal bestreiten muss. Diese und andere Tricks werden instinktmäßig angewandt.
06.07.2001: Arthur Schopenhauer (1788 - 1860) aus Sämt. Werke, Bd. V, Paralipomena, Kap. 27, Über die Weiber.
15.08.2001: Arthur Schopenhauer (1788 - 1869) aus Sämtl. Werke, Bd. V, Paralipomena, Kap. 27, Über die Weiber. Die Frauen werden nicht positiv dargestellt, manchmal hat Schopenhauer teilweise recht, oft übertreibt er aber und hat eine sehr einseitige Sicht.
26.10.2001: Freier Austausch über das Zeitgeschehen Mein Textvorschlag bestand aus zwei Artikeln aus der ZEIT über die Frage, ob Europa eine Verfassung braucht oder ob auch übersichtlich geordnete, gemeinsame Rechtsvorschriften ausreichen könnten.
23.11.2001: Freier Austausch über Religion Es ging um die Frage, wie Religionen möglicherweise entstanden wären und was sie bewirken sollen. Anstoß war der Anschlag am 11. September auf das World Trade Center in New York, an dem religiöser Fanatismus der muslimischen Täter eine Rolle spielte.
25.01.2002: Immanuel Kant (1724 - 1804) aus Werke in 6 Bd., Bd. VI, S. 53, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? Aufklärung ist Aufbruch aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Öffentlich soll jeder schreiben und sagen können, was er meint. Kant fordert damit Pressefreiheit. Er verlangt außerdem, dass der Erkenntnisfortschritt künftiger Generationen nicht behindert werden dürfe (Religion!).
16.02.2002: Immanuel Kant (1724 - 1804) aus Werke in 6 Bd., Bd. VI, S. 53, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? Kant warnt vor gewaltsamen Revolutionen, die keine richtige Reform des Denkens erreichen könnten.
09.03.2002: Ein Beitrag aus “World & Press Aus der Zeitschrift „World & Press“ vom 02.01.2002 der Artikel „Why did the Mideast fall behind in Trade“. Die islamische Geschäftswelt war lange gezwungen, sich an die unveränderlichen Regeln des Korans zu halten, die den Fortschritt verhinderten. Gewinn zu erzielen war (und ist?) weniger wichtig als der Koran.
17.04.2002: Bertrand Russel (1872 - 1970) aus Philosophie des Abendlandes, Kap. 10, Mohammedanische Kultur und Philosophie. Die Muslime betrieben intensiv Handel und mit guten Bewässerungssystemen auch Landwirtschaft. Sie übernahmen oft den Verwaltungsapparat eroberter Völker, da sie selbst nicht so hoch entwickelte Kenntnisse auf dem Gebiet der Verwaltung hatten.
01.06.2002: Bertrand Russel (1872 - 1970) aus Philosophie des Abendlandes, Kap. 10, Mohammedanische Kultur und Philosophie. Muslime brachten dem christlichen Abendland die indische und die griechische Kultur näher. Vor 1200 gab es in der muslimischen Welt geistige Strömungen, die der europäischen Aufklärung ähnlich sind. Averroes z.B. sieht in der Religion die allegorische Darstellung philosopischer Wahrheit. Diese Strömungen wurden jedoch von orthodoxen Kräften unterdrückt.
24.08.2002: Paul Watzlawick (geb. 1921) zeigt in seiner „Geschichte mit dem Hammer“ aus Anleitung zum Unglücklichsein, dass unsere Wahrnehmungen zwar unsere Wirklichkeit formen, dass aber selbst unsere Wirklichkeit auch anders sein könnte als sie ist. Die Wirklichkeit eines anderen Menschen ist jedoch mit größter Wahrscheinlichkeit ganz anders als unsere eigene.
18.10.2002: Karl Popper (1902-1994) schreibt über Immanuel Kant in Auf der Suche nach einer besseren Welt, Kap 9. Die Keime der Ideen der Aufklärung, die Kant entwickelte, stammen aus zwei Hauptquellen. Die erste Quelle bildet Francois Voltaire, der die englische religiöse Toleranz und den ebenfalls englischen analytischen Empirismus beschrieb. Die zweite Quelle bildet Isaac Newton mit seiner Physik und Himmelsmechanik.
16.11.2002: Karl Popper (1902-1994) Kant trifft auf das Problem der Endlichkeit oder Unendlichkeit der Welt. Dieses Problem führt ihn zu der Frage, ob man Erkenntnisse nur mit der Vernunft, ohne die Hilfe von Erfahrungen, gewinnen kann. In der Kritik der reinen Vernunft verneint er diese Frage. Da Popper auch Albert Einstein erwähnt, unterhielten wir uns über die Veränderung der Anschauungen von Zeit und Raum, die Einsteins Relativitätstheorie bewirkt hat.
13.12.2002: Karl Popper (1902 – 1994) Kant weist auf die aktive Rolle des Beobachters, Forschers und Theoretikers hin. Er sagt deutlich, dass die Naturgesetze unsere Theorien sind und aus unserem Verstand kommen. „Der Verstand schöpft seine Gesetze nicht aus der Natur sondern schreibt sie dieser vor.“
17.01.2003: Karl Popper (1902 – 1994) Nach Kant kommt auch das ethische und moralische Denken aus unserem Inneren. Unser Gewissen müssen wir befragen, bevor wir irgend etwas tun. Wir dürfen nicht blind Autoritäten folgen.
14.02.2003: Epikur (341 – 270 v.Chr.) Epikur lebte in Athen. Er hält Glück und Freude für wichtig, empfiehlt aber keineswegs schrankenlosen Genuss sondern Mäßigkeit. Der Tod hat weniger Bedeutung als viele meinen, da der Mensch gar nicht mehr wahrnimmt was nach ihm kommt. Folglich kann nach dem Tod auch nichts Unangenehmes kommen.
14.03.2003: Theodore Roszak (geb. 1933) Theodore Roszak schreibt in The Cult of Information, Kap. 5, über „Ideas and Data“ (Ideen und Daten, Fakten oder Informationen). Ideen sind wichtiger als Fakten, weil der Geist mit Ideen denkt und nicht mit Informationen. Kennzeichen einer guten geistigen Erziehung junger Menschen wäre, wenn diese lernen würden, eine unhaltbare Idee zugunsten einer besseren Idee aufzugeben. Das bedeutet auf mich bezogen, dass ich mir zunächst darüber klar werde, welche Idee meinem Denken zugrunde liegen könnte. Danach muss ich prüfen, ob diese Idee durch Fakten abgesichert ist, oder ob sie eine persönliche Annahme, eine Vorahnung, ein Glaube oder ein gewagtes Vorurteil ist. Wenn dann viele Informationen gegen meine Idee sprechen, muss ich von meiner Idee Abstand nehmen können oder die Fakten überprüfen. Zumindest werde ich mir darüber klar, dass meine Idee oder die Idee eines anderen Menschen manchmal auf sehr wenig Informationen beruht und durchschaue leichter die vorgegaukelte Sicherheit, mit der eine Idee vorgetragen wird.
11.04.2003: Theodore Roszak (geb.1933) Ideen sind Grundmuster, in die Informationen eingeordnet werden, wenn der Geist fragt: „Was bedeutet das alles?“. Der Geist fügt oft wenige Informationen zusammen und ergänzt bei Bedarf den Rest. Es geht in der gleichen Weise zu wie bei einem Bild, von dem man nur wenige Punkte kennt und sich den Rest hinzudenkt um einen Sinn zu gewinnen. Informationen, die nicht zur Idee passen, werden oft als merkwürdig abgetan. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte des heliozentrischen Weltbildes, das sich lange hielt, obwohl schon vor einigen Jahrtausenden viele Fakten dagegen sprachen.
16.05.2003: Theodore Roszak (geb. 1933) Andererseits können Informationen auch Ideen verändern. Ein Beispiel ist die Geschichte der Idee „Alle Menschen sind gleich geschaffen.“ Diese Idee wurde in der Vergangenheit von vielen Menschen abgelehnt (Platon z.B. in seinem Werk über den Staat). Während der französischen Revolution - oder auch noch früher in Amerika - änderten ausreichend viele Menschen ihre Ansicht aufgrund der beobachteten Ungerechtigkeiten. Die neue Idee fand bei vielen anderen Widerhall und konnte sich verbreiten. Theodore Roszak geht auch auf Leitideen ein, die zum Teil überhaupt keine Faktengrundlage haben und doch – oder gerade deswegen – die Grundlagen unserer Kultur bilden. Diese Leitideen sind z.B. „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“ oder „Jesus starb für unsere Sünden“ oder auch „Gesellschaft ist der Krieg aller gegen alle“.
06.06.2003: Carl Gustav Jung (1875 – 1961) aus Wirklichkeit der Seele, Kap. „Das Grundproblem der gegenwärtigen Psychologie“ S. 9. Besteht die Seele aus eigener „ideeller Substanz“ oder ist sie nur ein Bild, das unser Gehirn uns vermittelt und was eigentlich aus Nervensignalen und Hormonen besteht? Welcher Standpunkt ist eher verständlich? Erstens: Die Substanz bringt die Seele hervor oder zweitens: Die Seele bringt die Substanz hervor? Oder sind beide Extreme falsch? Der Zeitgeist ist so stark, dass es schwer ist, sich gegen ihn zu stellen.
18.07.2003: Carl Gustav Jung (1875 – 1961) Was ist eine Seele? Haben Tiere eine Seele? Ist eine Seele immer moralisch gut? Ist die Seele = Ich? Wahrscheinlich ist sie eher etwas Objektives, etwas Eigenständiges. Wir können z.B. unseren Stimmungen nicht befehlen gut oder schlecht zu sein. Der heutigen Psychologie fehlt der Gedanke, dass die unbewusste Psyche sehr mächtig und kaum zu beeinflussen ist. Welches Raummaß hat ein Gedanke? Woraus besteht ein Gedanke physisch?
29.08.2003: Carl Gustav Jung (1875 – 1961) Real ist, was meine Seele aus den bei mir eintreffenden Sinneseindrücken macht. Nur das habe ich im Kopf (im Körper). Z. B. nehme ich einen Ton nur als Ton wahr, nicht als Schwingung. Zu meiner Wahrnehmung gehört immer auch das, was das Unterbewusstsein hinzufügt. Vielleicht ist der unbewusste sogar der hauptsächliche Anteil meiner Wahrnehmung (Unterschied zwischen Jung und Kant).
31.10.2003: Immanuel Kant (1724 – 1804) Der Verstand schreibt der Natur die obersten, allgemeinen Regeln vor. Wir denken in Regeln und nehmen nur das wahr, was wir einordnen können. Warum ist es für uns wichtig die eigene Wahrnehmung zu untersuchen? Zum ersten in der Wissenschaft, in der man sich auch mit körperlich nicht unmittelbar wahrnehmbaren Dingen beschäftigt, z.B. mit Magnetfeldern, zum zweiten im Alltagsleben, wo ich vielleicht etwas wahrnehme, was jemand anders nicht wahrnimmt. Zwei große Leistungen Kants: 1. Er stellt dem Subjekt das Objekt gegenüber (das Subjekt „macht“ das Objekt), 2. er entzieht dem angeblich sicheren Wissen über Metaphysik den Boden.
28.11.2003: Bertrand Russel (1872 – 1970) aus Philosophie des Abendlandes. Machiavellis Ziele sind gut, er strebt Stabilität und möglichst wenig Grausamkeit an. Seine Methoden sind teilweise anfechtbar. Er sagt, dass ein Fürst nicht immer so tugendhaft sein darf wie seine Untertanen. Er muss manchmal sein Wort brechen, um seine Macht zu behalten und handlungsfähig zu bleiben. Die „Discorsi“ (Vom Staate) sind in ganz anderem Tone gehalten als der „Principe“ (Der Fürst), er tritt dort unter anderem für Gewaltenteilung ein.
12.12.2003: Niccolò Machiavelli (1467 – 1527) aus „Der Fürst“. Ererbte Monarchien sind leichter zu halten als eroberte, weil der Regent den Untertanen nicht so viele Kränkungen antun musste. Relativ leicht lassen sich die neuen Untertanen beherrschen, wenn sie die gleiche Sprache sprechen und gleiche Sitten haben wie der Fürst. Wenn das nicht der Fall ist, sollte man Kolonien an Schlüsselstellungen einrichten. Die Enteigneten sind dann arm und verstreut und daher nicht mehr gefährlich. Die Römer dienen als Beispiel und Vorbild für zweckmäßiges Verhalten von Fürsten.
20.02.2004: Niccolò Machiavelli (1467 – 1527) aus „Der Fürst“. Frankreichs König hat die von Machiavelli angeführten Grundsätze, wie man ein Reich erobert und hält, nicht beachtet und deshalb in Italien keinen Erfolg gehabt.
29.03.04 (bei Annkathrin): Ernst Pöppel aus „Grenzen des Bewusstseins“ (1997). Wir fassen einen Zeitraum von etwa 3 Sekunden zu einem „Jetzt“ zusammen. Ein längerer Zeitraum zerfällt in vorher und nachher.
30.04.2004: Diskussion über die westliche Kultur Es entstand eine Diskussion darüber, wie unsere heutige westliche Kultur entstanden ist. Den zusammengeschmolzenen Kern des geistigen Erbes bilden Antike und Christentum. Sie bringen die Grundideen
Die Entwicklung zur Industriekultur ist nur auf dieser geistigen Grundlage denkbar.
Sommerpause wegen des Wahlkampfes.
21.10.04: José Ortega y Gasset [..et] (1883 – 1955) aus „Triumph des Augenblicks, Glanz der Dauer“. Der Blickpunkt des Malers im Abendland wandelt sich im Zeitraum der letzten 1000 Jahre und folgt dabei einer Regel: Er verlagert sich von außen nach innen. Er macht eine Rückzugsbewegung vom gemalten Objekt hin zum malenden Subjekt. Im 15. Jhd. gibt es noch keine Perspektive. Der Maler geht an alle Objekte nahe heran und malt sie mit allen Einzelheiten. In der Renaissance entwickelt sich, zunächst mit Hilfskonstruktionen, eine Zentralperspektive. Um 1650 können die Maler dann Entfernungen richtig darstellen. Der Blickpunkt weicht aber sogar noch weiter zurück, überschreitet die Netzhaut und wandert in das Gehirn. Im Impressionismus werden die Gefühle der Maler ausgedrückt (Limbisches System) und im Kubismus die sogar noch abstrakteren Ideen.
28.01.05: José Ortega y Gasset [..et] (1883 – 1955) aus „Triumph des Augenblicks, Glanz der Dauer“. Der Blickpunkt des Malers im Abendland wandelt sich im Zeitraum der letzten 1000 Jahre und folgt dabei einer Regel: Er verlagert sich von außen nach innen. Er macht eine Rückzugsbewegung vom gemalten Objekt hin zum malenden Subjekt. Im 15. Jhd. gibt es noch keine Perspektive. Der Maler geht an alle Objekte nahe heran und malt sie mit allen Einzelheiten. In der Renaissance entwickelt sich, zunächst mit Hilfskonstruktionen, eine Zentralperspektive. Um 1650 können die Maler dann Entfernungen richtig darstellen. Der Blickpunkt weicht aber sogar noch weiter zurück, überschreitet die Netzhaut und wandert in das Gehirn. Im Impressionismus werden die Gefühle der Maler ausgedrückt (Limbisches System) und im Kubismus die sogar noch abstrakteren Ideen.
28.01.05: Rudolf Wendorf aus Zeit und Kultur: Geschichte des Zeitbewusstseins in Europa. Wahrscheinlich stand das Leben nach dem nach dem Tod im Spätmittelalter (ca. 1300) nicht mehr so sehr im Zentrum der Aufmerksamkeit wie früher. Die Gegenwart gewann an Gewicht, die Einteilung der Gegenwart in Zeiten zum Handeln auch. Die Zeitmessung durch Räderuhren wiederum formte das Handeln und Denken. Zeit war nun nicht mehr nur eine Erlebnisfolge, sondern die Summe von Stunden und Minuten.
11.02.2005: Rudolf Wendorf aus Zeit und Kultur: Geschichte des Zeitbewusstseins in Europa. Im Mittelalter empfand man anfangs die Uhr als Ausdruck und Symbol der Mäßigkeit. Die spätere Ergänzung der optischen Zeitangabe durch den Glockenschlag erhöhte die praktische Bedeutung der Räderuhr. Auch zu früheren Zeiten waren die Menschen schon gewohnt, sich nach Glockenzeichen zu richten. Die Glocke war allerdings noch nicht mit der Uhr verbunden. Es gab zum Beispiel eine Ratsglocke, die die Ratsmitglieder zur Versammlung aufforderte. Anschließend an das Läuten wurde eine Kerze aufgestellt, und je nach dem, wie weit diese abgebrannt war, hatten Verspätete ein kleines Strafgeld zu entrichten. Uhren führten auch zu einer besseren Abstimmung verschiedener Handlungen aufeinander. Die Wertsteigerung der Zeiteinheiten führte zu einem Bedürfnis nach immer feinerer Unterteilung. In der Wissenschaft ermöglichten Uhren neue Experimente (z.B. Fallversuche).
18.03.2005: Aurelius Augustinus (354 – 430) aus Confessiones XI (Bekenntnisse 11), „Was ist Zeit?“. Gott selbst ist nicht in der Zeit, denn er selbst schuf die Zeit. Deshalb ist es sinnlos, zu fragen, was Gott tat, bevor er die Welt schuf, denn es gab kein „vorher“, weil es keine Zeit gab. Gott ist in der Ewigkeit und diese unterscheidet sich von der Zeit dadurch, dass sie auf einmal gegenwärtig ist. Es gibt in der Ewigkeit keinen linearen Ablauf nach dem Muster: Zukunft, Gegenwart, Vergangenheit. „Aber was ist die überhaupt die Zeit? Wer könnte das leicht und kurz erklären? Wer kann etwas über sie zur Sprache bringen oder sie auch nur in Gedanken erfassen? Was aber ist uns im Reden vertrauter und sicherer gegenwärtig als die Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich es, wenn ich es einem Fragenden erklären will, weiß ich es nicht. Wie kommt jenen zwei Zeiten, der vergangenen und der zukünftigen, Sein zu, da einerseits das Vergangene nicht mehr ist und andererseits das Zukünftige noch nicht ist?“
29.04.2005: Aurelius Augustinus (354 – 430) aus Confessiones XI (Bekenntnisse 11 ) „Was ist Zeit?“. Die Gegenwart hat keine Ausdehnung. Wenn sich ein Stück Zeit „erstreckt“, kann man es schon wieder aufteilen in Vergangenes und Zukünftiges. Wie kann man also von „Sein“ sprechen, da die Gegenwart nicht fassbar ist, Vergangenes nicht „ist“, sondern „war“, und Zukünftiges nicht „ist“ sondern „sein wird“ ?.
27.05.2005: Betrand Russel (1872 – 1970) aus Philosophie des Abendlandes. Das schriftliche Werk des Heiligen Augustinus wird vorgestellt. Russel teilt es in drei Teile ein: 1. Das philosophische Werk, 2. Das religiös-polititsche Werk und 3. Der Streit mit dem Geistlichen Pelagius über die Erbsünde.
29.07.2005: Arthur Schopenhauer (1788 - 1860) aus Sämt. Werke, Bd. V, Paralipomena, Kap.2, Zur Logik und Dialektik, §26. Disputanten sollten einander gewachsen sein. Sind sie es nicht, so wird wahrscheinlich der an Kenntnissen oder Geist unterlegene zu unredlichen Schlichen oder Kniffen greifen. Einige dieser Schliche und Kniffe werden mit Beispielen erläutert. (Der Text wurde schon einmal in 2001 behandelt.)
09.09.2005: Karl Popper (1902 – 1994) aus Auf der Suche nach einer besseren Welt, Kap. 15 „Woran glaubt der Westen?“. Intellektuelle sollten nicht als Propheten posieren. Leider erzeugt die Nachfrage in Deutschland oft Propheten, z. B. Hegel oder Spengler und viele andere. In England sind Propheten weit weniger beliebt. Im Gegensatz zum Propheten achtet der Aufklärer die Selbständigkeit und Unabhängigkeit des anderen hoch und will mit seinen Argumenten zur freien Meinungsbildung aufrütteln.
20.05.2006: Karl Popper (1902 – 1994) aus Auf der Suche nach einer besseren Welt, Kap. 15 „Woran glaubt der Westen?“. In unserer westlichen Welt – jenseits des damaligen Eisernen Vorhangs – gibt es nicht nur einen Glauben, sondern viele verschiedene Dinge, an die wir glauben. Es gibt aber moralische Glaubenssätze, auf die viele Menschen sich geeinigt haben, z.B. dass niemand hungern darf, so lange es unter uns genug zu essen gibt oder dass jeder eine möglichst gute Chance zur Bildung haben muss. Trotz aller Kritik ist unsere Zeit die beste aller Zeiten, von denen wir Kenntnis haben und unsere Gesellschaftsform auch die beste Gesellschaftsform, von der wir Kenntnis haben. Im Westen glauben wir an die Demokratie als eine Staatsform des kleinsten Übels. Churchill sagte einst:“ Die Demokratie ist schlechteste aller Regierungsformen, ausgenommen alle anderen Regierungsformen.“ Schon Platon fragte: „Wer soll herrschen?“ Nach Popper ist diese Frage falsch gestellt. Es ist wichtiger zu fragen, wie viel Macht der Regierung eingeräumt werden soll, damit auch unfähige oder unredliche Machthaber keinen großen Schaden anrichten können.
05.08.2006: Karl Popper (1902 – 1994) Abschluss des Textes „Woran glaubt der Westen?“ von Karl Popper (1902 – 1994) aus Auf der Suche nach einer besseren Welt, Kap. 15.
28.10.2006: Bertrand Russel über Aristoteles aus Bertrand Russel, Philosophie des Abendlandes, Kapitel Aristoteles Ethik. Betrand Russel bewertet die Ethik Aristoteles nicht sehr positiv. Sie wendet sich seiner Meinung nach nicht an tiefer empfindende Menschen sondern nur an den gesunden Menschenverstand. Die Griechen bezeichneten im Gegensatz zu den späteren Christen auch intellektuelle Fähigkeiten als Tugenden. Im Christentum gab es dann ausschließlich moralische Tugenden, die auf den richtigen Handlungen, nicht aber auf Fähigkeiten beruhen. Der Idealmensch ist nach Aristoteles etwas ganz anderes als der christliche Heilige. Er soll Selbstbewusstsein besitzen und die eigenen Vorzüge nicht unterschätzen
25.11.2006: Bertrand Russel über Aristoteles aus Bertrand Russel, Philosophie des Abendlandes, Kapitel Aristoteles Ethik. Freundschaft ist am besten unter gleich hoch stehenden Menschen möglich (eigene Interpretation). Man hat nie viele Freunde, aber der Mensch ist von Natur aus ein geselliges Wesen. Glück besteht in tugendhafter Betätigung. Dem Glück kommt man jedoch durch geistige Tätigkeit - der Kontemplation und dem Gebrauch der Vernunft – am nächsten.
20.01.2007: Betrand Russel (1872 – 1970) aus Philosophie des Abendlandes. Die Ethik des Aristoteles weist nach Meinung von Betrand Russel keine großen Widersprüche auf; er mag sie jedoch nicht, denn sie sei nur nützlich für bequeme Menschen. Besonders die Vorstellung des Aristoteles von Gerechtigkeit, die weiter von Gleichheit abweicht, als wir es heute gewohnt sind, missfällt Russel.
weiter mit ... Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) aus Philosophische Schriften, Felix Meiner Verlag, Bd. 3 Nikomachische Ethik, Zehntes Buch, 9. Kapitel. Wer ist der glücklichste Mensch ? Zum Glück gehören äußere gute Verhältnisse, so dass der Mensch keine Not leiden muss. Glücklich sein kann man jedoch auch ohne große Reichtümer und Macht. Das Leben, das tugendhaft gelebt wird, ist ein glückliches. Am glücklichsten aber ist der Weise, weil er denkend tätig ist, denn die Gottheit liebt das, was ihr in uns am ähnlichsten ist - unsere Vernunft - am meisten.
31.03.2007: Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) aus Philosophische Schriften, Felix Meiner Verlag, Bd. 3 Nikomachische Ethik, Zehntes Buch, 10. Kapitel. Wie wird man tugendhaft? Mit der Rede erreicht nur Seelen, die schon aufnahmebereit für diese Rede sind. Tugendhaft wird man durch Natur, durch Gewöhnung oder durch Lehre. Unverzichtbar für die Erziehung zur Tugend sind die Gesetze. Sie sind strafbewehrt, schützen aber auch vor Willkür durch Einzelne.
05.05.2007: Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) aus Philosophische Schriften, Felix Meiner Verlag, Bd. 3 Nikomachische Ethik, Zehntes Buch, 10. Kapitel. Wie entstehen gute Gesetze? Gesetzgeber sollten am besten durch Staatsmänner ausgebildet werden, die selbst praktische Erfahrung auf dem Gebiet der Staatskunst – nach ihm also der Kunst, Gesetze zu machen – haben.
14.07.2007: Epikur 341 – 271 v.Chr. Gewöhne Dich an den Gedanken, dass der Tod für uns keine Bedeutung hat, da ja alles Gute und Schlechte eine Frage der Wahrnehmung ist. Der Tod aber ist die Beraubung der Wahrnehmung. Seneca 4 v.Chr. – 65 n.Chr. ... Doch habe ich jeden Tag als den möglicherweise letzten angesehen. ... Wie lange ich lebe, das hängt nicht von mir ab, aber solange ich lebe, ist es meine Pflicht, würdig zu leben. Michel de Montaigne 1533 – 1592 Habt Ihr Euer Leben genutzt, so seid gesättigt, steht zufrieden auf und geht heim. Habt Ihr es nicht zu nützen verstanden, war es Euch kein Gewinn, wozu wollt Ihr es weiter behalten?
30.09.2007: Friedrich Nietzsche 1844 – 1900 aus Jenseits von Gut und Böse. Nietzsche beschreibt zwei Grundtypen der Moral: Herren-Moral und Sklaven-Moral. Die Herren-Moral empfindet Strenge und ein hartes Herz - auch gegen sich selbst - als gut und ehrt das Alter und das Herkommen. Das eigene Selbst ist „werteschaffend“, es verleiht den Dingen erst Ehre. Die Sklaven-Moral erleichtert den Unterdrückten das Leben. Sie empfindet die helfende Hand, das Mitleid und das warme Herz als gut. Beide Moral-Typen werden kritisch betrachtet. Friedrich Nietzsche aus Zur Genealogie der Moral. Die Worte schlicht und schlecht hängen eng zusammen. Das Wort schlecht erhielt seine heutige Bedeutung erst im Dreißigjährigen Krieg. Erkennbar ist das noch in den Worten schlechterdings oder schlechtweg, in denen schlecht so viel wie ganz einfach bedeutet.
03.11.2007: Wolfgang Deppert (Zeitgenosse) Aus „Die zweite Aufklärung“, Beitrag in einer Zeitung der Deutschen Unitarier aus dem Jahre 2000. Kant hat die Selbstbestimmung des Menschen mit seinem „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ sehr gefördert. Damit hat er die westlichen demokratischen Staatsformen erst ermöglicht. Aber ist die Selbstbestimmung immer möglich und auch sinnvoll, oder kann sie auch in ein gesellschaftliches Chaos führen? Braucht man, um sich selbst bestimmen zu können nicht zunächst Wertvorstellungen und Orientierung? Sind diese immer greifbar?
19.01.2008: Wolfgang Deppert (Zeitgenosse) Aus „Die zweite Aufklärung“, Beitrag in einer Zeitung der Deutschen Unitarier aus dem Jahre 2000. Um der „Orientierungsnot“ und Zukunftsangst der Menschen abzuhelfen, haben sich nach Meinung des Autors sowohl die christliche Religion als auch das nach Erkenntnis strebende Denken der Griechen entwickelt.
29.03.2008: David Hume (1711 - 1776) aus Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral. Freundschaft, Wohlwollen und Menschlichkeit sind wirklich in der menschlichen Natur vorhanden und nicht nur – wie manche meinen – Erscheinungsformen der Selbstliebe.
10.05.2008: Adolf Freiherr Knigge (1751 – 1796) Aus Über den Umgang mit Menschen. Fast jeder Mensch bedarf der Freunde. Die Erwartungen an die Freundschaft sollen realistisch bleiben, Freunde sollen nicht überfordert werden. Freunde sollen nicht bei falschen Handlungen bestärkt werden. Wird ein Freund ohne Verschulden zu Boden gedrückt, soll man zu ihm stehen, auch wenn man sich dabei gegen den großen Strom stellt.
05.07.2008: Gerd Eisenbeiß (Salonteilnehmer) Man kann nicht alles verstehen, weil die Gerhirnstrukturen dafür nicht geschaffen sind. Es war z.B. für das Überleben nicht notwendig, Vorgänge bei der Fortbewegung mit Lichtgeschwindigkeit zu bemerken. Um Zusammenhänge verstehen zu können, braucht man eine gewisse „Menge“ Faktenwissen im Kopf.
27.09.2008: John Locke (1632 - 1704) Aus An Essay Concerning Human Understanding, Book 4, Kapitel 15. John Locke stellt absolute Sicherheit, z.B. durch einen mathematischen Beweis, und Wahrscheinlichkeit gegenüber. Wahrscheinlich wird ein Sachverhalt für uns, wenn z.B. ein vertrauenswürdiger Zeuge uns berichtet, wir aber selbst nicht alles lückenlos nachvollziehen können.
15.11.2008: John Locke (1632 – 1704) Aus An Essay Concerning Human Understanding, Book 4, Kapitel 15. Die Quellen, aus denen Wahrscheinlichkeit für uns entspringt, sind 1. Übereinstimmung mit unseren eigenen Erfahrungen und 2. Berichte anderer Menschen. Berichten uns andere Menschen, so spielt es eine Rolle für den Grad der Wahrscheinlichkeit, wie viele gleiches berichten, wie kompetent und vertrauenswürdig die Zeugen sind und wie in sich schlüssig der Bericht ist.
10.01.2009: Meister Eckhart (1260 – 1327/28) Aus der Predigt 83: Was soll ich den tun, damit meine Seele das reine, formenfreie, überseiende Sein göttlicher Einheit findet? Du sollst allzumal entsinken deiner Deinesheit und sollst zerfließen in seine Seinesheit und (es) soll dein Dein und sein Sein ein Mein werden also gänzlich, dass du mit ihm verstehest ewiglich seine ungewordene Istigkeit und seine ungenannte Nichtheit.
28.03.2009: Meister Eckhart (1260 – 1327/28) Aus Predigt 83: Meister Eckhart zitiert Paulus: „Ihr sollt erneuert werden im Geiste.“ Er beschreibt, wie die sechs Kräfte der Seele erneuert werden können und schließt mit den Sätzen: Und in diesem Einen sollen wir ewig versinken vom Etwas zum Nichts. Dazu helfe uns Gott. Amen.
09.05.2009: Platon (427 – 347 v. Chr.) Platon beschäftigte sich sein Leben lang mit der richtigen Einrichtung des Staates. Im idealen Staat hat jedes Kind die gleichen Chancen. Um Versuchungen und Begehrlichkeiten vorzubeugen, werden Eigentum und Familie in den politisch einflussreichen Klassen abgeschafft. Das zweite große Thema seiner Werke ist die „ewige Idee“. Die Ideen sind das eigentlich Wahre. Alle Einzeldinge sind nur der Versuch der Abbildung dieser Ideen in unserer Realität. Die oberste Idee ist die Idee des Guten. Sie ist der Endzweck der Welt und allgemein gültig. Die Tugend bringt den Menschen dieser Idee näher. Sie beruht auf Einsicht und ist lehrbar. Der Mensch kann also selbst dazu beitragen, der Idee des Guten näher zu kommen.
04.07.2009: Platon (427 – 347 v. Chr.) Aus Platons Staat, Siebtes Buch, das „Höhlengleichnis“. Die Menschen sehen von Natur aus - ohne Bildung - nur Schatten der wirklichen Dinge. Sie leben wie in einer dunklen Höhle. Der Philosoph, der sich bemüht, im Reich des Denkbaren die Idee des Guten zu erfassen, sieht im hellen Sonnenlicht die wirklichen Dinge. Seine Augen müssen sich erst langsam an das Sonnenlicht gewöhnen. Wenn er dann wieder in das Reich der Schatten steigt, müssen seine Augen sich wieder das Dunkel gewöhnen. Außerdem hat er die Schwierigkeit, dass keiner der unwissenden Höhlenbewohner seine Beschreibung der wirklichen Dinge versteht. Ihm erscheint das Reich des Denkbaren als die Insel der Seligen und er will nicht mehr ein Leben „im Banne der Trugmeinungen“ führen.
29.08.2009: Platon (427 – 347 v. Chr.) Aus Platons Staat, Siebentes Buch, das „Höhlengleichnis“. Bildung ist nicht das Einpflanzen von Wissen in die Seele sondern die Wendung der Wissenskraft, die in jeder Seele schon wohnt, in die richtige Richtung, nämlich zum Guten. Die Leitung des Staates sollen Menschen wahrnehmen, die die Idee des Guten kennengelernt haben, also Philosophen. Es sollen Menschen sein, die nicht darauf erpicht sind, zu herrschen um sich zu bereichern, sondern Menschen, die das Gemeinwesen fördern wollen.
14.11.2009: Martin Heidegger (1889 - 1976) Aus Holzwege, der Ursprung des Kunstwerkes. Die Frage, was der Ursprung des Kunstwerkes sei, führt auch zu der Frage was Kunst sei. Der Weg des Denkens führt zu Untersuchungen über die Dingheit des Dinges, das Zeughafte des Zeuges und das Werkhafte des Werkes. Als Beispiel erklärt Heidegger das Bild „ein Paar Schuhe“ von Vincent van Gogh.
23.01.2010: Martin Heidegger (1889 - 1976) Aus Holzwege, der Ursprung des Kunstwerkes. Die Frage, was der Ursprung des Kunstwerkes sei, wird beantwortet: Aus der Kunst. Die Kunst ist in ihrem Wesen ein Ursprung. Im Kunstwerk setzt sich die Wahrheit des Seienden ins Werk. Die Kunst bildet also nicht nur ab, sondern bringt – im Gegensatz zum realen Gegenstand – die Wahrheit zu Tage. Sie ist nicht nur ein Nachtrag, sondern ein Vorsprung.
24.04.2010: Hermann Schmitz, geb. 1928 Aus System der Philosophie, Die Gegenwart. Philosophie ist Sichbesinnen des Menschen auf sein Sichfinden in seiner Umgebung. Das kommt auch in einem alten Spruch zum Ausdruck: Ich komme, und weiß nicht, woher? Ich bin, und weiß nicht, wer ? Ich fahre, und weiß nicht, wohin ? Mich wundert, daß ich so fröhlich bin.
03.07.2010: Hermann Schmitz, geb. 1928 Aus System der Philosophie, Die Gegenwart. Im Gegensatz zur Wissenschaft, die nur die Umgebung untersucht, und auch im Gegensatz zur Askese, in der nur das Ich gesucht wird, sucht die Philosophie das Ich in der Umgebung, trennt also beides nicht. Es folgen zwei Zitate von Schopenhauer, der sich fragt, wer er eigentlich ist und dem wissenschaftliche Erklärungen der Welt nicht genügen. Diese Gedanken führen zu philosophischer Besinnung.
|
||||||
|
Letzte Änderung: 04 Juli, 2010 |
||||||