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Rede Dorothea Martini im Ausschuss für Planung und Umwelt der Stadt Königswinter am 22.6.2004 |
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Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren, der zunehmende vor allem nächtliche Lärm über dem Siebengebirge, d.h. der Bergregion Königswinters, stellt nicht nur eine Belästigung sondern sogar eine gesundheitliche Gefährdung dar. Zwei neue Studien des Umweltbundesamtes zeigen den Zusammenhang zwischen Lärm und dem Risiko, an Bluthochdruck oder Herzinfarkt zu erkranken. Auch ein negativer Einfluss auf den Nachtschlaf mit all seinen Konsequenzen ist bei den hier auftretenden Lärmpegeln belegt. Dies gilt auch dann, wenn der Lärm nicht bewusst wahr genommen wird. Während einer 14-tägigen Fluglärmmessung durch den Flughafen im August 2003 in Ittenbach erfolgten 70% aller Landeanflüge über Ittenbach. Die vom Flughafen als relevant betrachteten Flugbewegungen, das sind diejenigen, die über 66 dB laut sind, waren sehr zahlreich, es waren bis zu 254 pro Tag (24 Std.). Das entspricht nahezu 50% der Gesamtflugbewegungen. Durch den Landeanflug, hauptsächlich von 22.00 Uhr bis 2.00 Uhr, wird vor allem das Einschlafen behindert. Nach eigener Zählung konnte Dr. Lange bis zu 40 Überflüge zwischen 22.00 Uhr und 2.00 Uhr registrieren. Bei seinen eigenen Lärmmessungen wurde die nach Meinung der meisten Lärmwirkungsforscher tolerable Überflugzahl bezogen auf die jeweiligen Maximalpegel häufig überschritten (Nachtfluglärmproblematik Nr. 111, S. 86). Nach den gesundheitlichen Aspekten komme ich zu den politischen Handlungsmöglichkeiten. Vorab möchte ich feststellen, dass ich die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens nicht in Abrede stellen möchte. Gerade die positive Entwicklung als Drehkreuz für sogenannte Billigflüge im Tagflug muss aber doch Raum geben für verbesserten Gesundheitsschutz in der Nacht. Daher halten wir es für erforderlich, dass die Stadt zum Schutze der Gesundheit ihrer Bürger aktiv wird. Konkret beantragen wir massive Öffentlichkeitsarbeit zur Information über die gesundheitlichen Risiken und dass die Stadt offiziell Beschwerde gegen den Flughafen führt. Ein Vorbild ist für mich der kürzlich gestellte Antrag der Stadt Hennef an das Landesministerium mit dem Ziel der Verschärfung der Nachtflugbestimmungen. Außerdem schlagen wir vor, dass die Stadt einen offiziellen Arbeitskreis einrichtet, der betroffene Bürger zusammenführt und in dem weitere Maßnahmen erarbeitet werden können. Herr Lange und ich sind gerne bereit, in einem solchen Arbeitskreis mitzuarbeiten. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
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