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FDP-Jugendpreis 2004: Laudatio Dorothea Martini für die Jugendgruppe der DLRG |
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Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Mitglieder der DLRG und natürlich ganz besonders liebe Mitglieder der DLRG-Jugend! Ich freue mich sehr, dass Sie alle heute morgen zu dieser Ehrung gekommen sind ! Die FDP Königswinter verleiht ihren Jugendpreis einmal im Jahr. Er wird an junge Menschen verliehen, die sich zum Wohle der Gemeinschaft engagieren. Die Jugend der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft tut dies in ausgezeichneter Weise! Frau Stephanie Thomas, die Vorsitzende des Jugendvorstandes, wäre heute auch gerne hier, ist aber zur Zeit noch bei einem Kinderzeltlager in Schalkenmehren in der Eifel. Dorthin sind 19 Betreuer mit 34 Kindern gefahren, um für 10 Tage zu wandern, zu spielen, zu tanzen und ein Theaterstück aufzuführen. Das Schwergewicht der Kinder- und Jugendarbeit liegt auf der ehrenamtlich durchgeführten Schwimmausbildung. Wie wichtig eine Schwimmausbildung ist, zeigte sich bei einem Ereignis, das den endgültigen Anstoß zur Gründung der DLRG gab. Es war im Jahre 1912 an einem sonnigen Sonntag im Juli. Hunderte von Badegästen drängten sich auf der 800 m langen Seebrücke des Ostseebades Binz auf Rügen. Sie wollten die Kreuzer der Kaiserlichen Marine sehen, für die wir heute noch Sektsteuern zahlen! Plötzlich ein berstendes Krachen – und gleich darauf ein vielhundertstimmiges Aufschreien. Die Brücke stürzte in sich zusammen. Hunderte von Menschen versanken in der Tiefe. Die in der Nähe stehenden Badegäste konnten fast alle nicht schwimmen und starrten hilflos auf die verzweifelt mit dem Ertrinkungstod Kämpfenden. Da gellten auf den Kriegsschiffen die Sirenen „Mann über Bord“. Zum Glück waren die Rettungsboote der Kriegsschiffe schnell da. Sie konnten Hunderte retten, aber 17 Menschen, darunter 7 Kinder, ertranken. Was blieb, war die Erkenntnis, dass viele Menschen nicht schwimmen konnten. Noch viel weniger waren in der Lage, Ertrinkende vor dem nassen Tod zu bewahren. Deshalb wurde die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft gegründet, die sowohl Schwimmen, als auch Rettungsschwimmen lehrt und einsetzt. Der DLRG-Vorstand hat mir erklärt, dass sich die Schwimmausbildung heute in Anfängerschwimmen, Jugend- und Rettungsschwimmen gliedert. Aber auch gesellige Treffen in der übrigen Freizeit machen Kindern und Betreuern offensichtlich sehr viel Freude. So wird begeistert erzählt von Bastelarbeiten bei DLRG-Familienmitgliedern zu Hause, von gemeinsamen Übernachtungen im Haus der Jugend, vom Rodeln auf einer Sommerrodelbahn und vom Schlittschuhlaufen. Kinder und Jugendliche können bei der DLRG-Jugend Interessantes und Schönes in einer Gruppe erleben. In dieser Gruppe wird ein respektvoller und freundlicher Umgang miteinander groß geschrieben und Fröhlichkeit ebenso. Kinder und Jugendliche lernen hier nebenbei, sich in eine Gruppe einzuordnen. Sie lernen, darin einen Sinn zu erkennen und das Einordnen nicht nur als Unterdrückung zu erleben. Die DLRG-Jugend ist außerdem ein Ausgleich zur manchmal sehr harten Schulzeit. Sie bildet einen Freundeskreis, der Kinder und Jugendliche stärkt und stützt. Der Mensch muss ja auch Ziele haben! Die Jugend hat hier sportliche Ziele vor Augen. Der Weg dahin macht schon Spaß. Beim Retten von Menschen in Not kommen dann die erworbenen Fähigkeiten alle zum Einsatz. Besonders sympathisch finde ich an der DLRG, dass ihre Tätigkeit so „menschenzugewandt“ ist. Sie hat außerdem einen ganz praktischen Sinn. Hier arbeiten Menschen zum Besten der ganzen Gesellschaft. Drei dieser Arbeiten möchte ich herausgreifen: 1. Die DLRG Königswinter hat Jahrzehnte lang die Beckenaufsicht im Lemmerzbad geführt. Wer selbst, vielleicht als Kind, oft im Schwimmbad war, weiß, wie schnell etwas passieren kann! Auch am 21. August dieses Jahres wird die DLRG wieder für Sicherheit beim Badespaß sorgen und zwar auf Wunsch der Stadt bei der „Schaumparty“ im Lemmerzbad. 2. Die DLRG Königswinter fährt oft im Sommer an die Nord- und Ostsseeküste. Sie arbeitet dort ehrenamtlich und rettet Schwimmer, die sich zu viel zugemutet haben und in Not geraten sind. 3. 10 Kinder aus dem Kinderheim Probsthof dürfen jedes Jahr kostenlos an der Schwimmausbildung teilnehmen. Denn Schwimmenlernen ist wichtig! Um das Jahr 1900 konnte nur 1% der Bevölkerung schwimmen! Etwa 8000 Menschen ertranken deshalb jedes Jahr allein in Deutschland. Die DLRG kann nicht jeden retten. Sie arbeitet aber mit großem Erfolg daran, den Menschen zu helfen, Gefahrensituationen zu erkennen und zu vermeiden. Der Jugendpreis, den wir heute verleihen, soll besonders die Jugend ermutigen, mit ihrer für uns alle so wichtigen Tätigkeit weiter zu machen. Die FDP tritt ein für das „Selbermachen“. Sie fördert Menschen, die alles tun, was sie selbst tun können, bevor sie nach dem Staat rufen. Der Staat kann nicht alle Dinge regeln. Vor allem kann er sie nicht so gut regeln wie es Menschen können, die selbst anpacken. Die DLRG packt selbst an. Die FDP tritt auch ein für die Verantwortung gegenüber sich selbst und gegenüber dem Nächsten. Die DLRG lehrt Menschen, ein Stück Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Wer bei der DLRG schwimmen gelernt hat, der kann auch Gefahren einschätzen. Die DLRG lehrt darüber hinaus, Verantwortung für andere zu übernehmen. Denn sie lehrt, wie man andere Menschen rettet. Dass diese Lebenseinstellung auch an die Jugend weiter gegeben wird, ist besonders wichtig und schön. Wir möchten deshalb dem Jugendvorstand der DLRG heute den Jugendpreis der FDP Königswinter überreichen. Liebe Frau Müller und lieber Herr Schneider, wir bitten Sie, diesen Preis stellvertretend für den gesamten Jugendvorstand entgegen zu nehmen und danken Ihnen für alles, was Sie leisten! |